28.02.2013:

Texas Hold'em Poker  

Ich wollte schon immer lernen, Texas Hold'em Poker zu spielen. Ich sehe mich an einem Tisch sitzen, betrachte die fünf anderen Jungs die am Tisch sitzen. Keiner von ihnen gibt etwas preis. Auf ihrern Gesichtern ist ein undurchdringliches Pokerface. Früher hätte ich wahrscheinlich das Spiel in einer Schießerei  beendet. Aber heute, im Zeitalter des Internets, gibt es eine viel einfachere und zugänglichere Weise zu spielen. Es gibt Webseiten die Anfängern zeigen wie gespielt wird bis hin für Profis die ihr Können in Poker  Turnieren beweisen wollen. 

Ich habe eine vertrauenswürdige Webseite mit allen nötigen Fakten gefunden:  de.partypoker.com.  Sie ist etwas für jeden:  ob Anfänger oder Profi.  Ab nun braucht man keinen meh,r der einem Poker Tricks zeigt;  partypoker.com erledigt das. 

Also werde ich auf den Poker-Tisch zu gehen. Ich wette meine Karten nach unten und habe eine selbsttragenden zufriedenen Blick auf die anderen Spieler .... ja, ich habe es endlich geschafft... danke de.partypoker.com!

Wer weiss, vielleicht kann ich ein…”PLAYER” werden.

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5.12.2012:

Hey, thanks for all the "likes"! (And for those of you new to this, please add "Like" to the list"). I'm trying to do this "Internet-thingy" up proud…… Another thing I might mention is that you go to the new www.tom-cunningham.com website. I spent the last several weekends getting it ready for ya. It's got some cool YouTube videos on every page; including the notorious 1978 (with clothes to match) "Baby Don't You Cry" TV video ("AARRGG!" I said, but they insisted).

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3.10.2012, Letter from Tom:

Well, here we are. This is what they call a Facebook page as opposed to a Facebook profile... (huh?)
But, the truth be told: I mainly set it up in order to put the music store in its proper place (above right). When you go on it, you'll see all the new songs of the album "Me Again", of which I am justly proud. But that's not all. For a measly $.89 (that's only 69 cents in EuroSpeak) you will be able to hear that very song on an MP3 drive. That's less than a cup of coffee, and you can pay with PayPal.
Will these 21st-century wonders never cease?

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1.4.2011, Letter from Tom:

Tom is planning a trip to Nashville, to record the new songs he wrote for "Tom Cunningham and the Smashtones", toward the end of April, 2011.new CD: Tom Cunningham: "down & dirty"...

February, 2012: yes, Tom was in Nashville. He spent about a week there and, with the expert help of Bobby King, he recorded 12 new songs. After his stroke he cannot play guitar, but he has found his voice again - and some say, it's better than ever.

During the week in Nashville he recorded the five piece band (drums, bass, two guitars), the two girl singers, and (this will surprise you) a horn section on nearly every title. Hard at work in the in the "Cunningham West Studio" Berlin, Germany on the final vocals and mixing, he intends (approximately, you understand) to have the entire work done by this coming summer.

The rough title? Tom favors, "Me Again".

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APRIL 2010

Dies ist ein aktueller Brief an mich von meinem Arzt, Christian Florie. Er meint, ich sollte eine Pflegeversicherung bei meiner Krankenversicherung beantragen. Er begründet das mit den folgenden Details, die mich momentan plagen:

Diagnosen:
Herzinsuffizienz bei Verdacht auf thrombembolischen Vorderwandinfarkt (EF
2}o/o)
Hypertonie 3. Grades (110"90, G)
Hemiparese rechts (G81.9, GR)
Motorisch-sensorische Aphasie
Reaktive Depression
Paroxysmales Vorhofflimmern (148.10, G)
Dysphasie (R47.0, G)
BWS Syndrom (M54.6, G)
Rhinitis vasomotorica allergica (J30.4, V) Bradycardie (R00.1, G)

Was das heißt? Es heißt, dass ich zu müde bin, um tägliche Dinge zu verrichten, wie Essen kochen, etc. und das ich staatliche Hilfe erhalten sollte, um damit klar zu kommen.

Jesus... ich dachte, ich bin einfach nur müde. Okay, ich hatte während der letzten drei Wochen wenig Appetit und meine Atmung war ungefähr so wie vor dem Infarkt. Dann ist die Atmung sehr rapide und man muss fünf Minuten warten, bis das vorbei ist. Diese Art von Atembeschwerden.

Tatsache ist, dass ich mich so schlecht fühlte, dass ich beschloss, mich im St. Gertrauden Krankenhaus untersuchen zu lassen. Ich habe um ein Einzelzimmer gebeten, aber das war nicht verfügbar, so zog ich bei John ein, der jetzt ein guter Freund ist.

Sie machten die Tests. Röntgenaufnahmen (Röntgen-Thorax), Ultraschall, Echokaradiograhie. Die Technik heißt komplikationslose Punktion der rechten Arterie Femoralis in der Leistenbeuge in Seldinger-Technik nach Lokalanästhesie mit Xylocain.

Das versteht Ihr nicht? Keine Sorge, ich auch nicht. Das ist so, als wenn der freundliche Hausmeister kommt und vom Treppenabsatz auf mich niederblickt und sagt, "Mann, Du bist echt böse dran".

Die größte Sorge machten mir die neuen Gigs. Ich hatte dafür einige neue Songs geschrieben, die ich so gerne bringen wollte...hey, rock 'n roll should never die!

Und dennoch. Ich höre wieder auf meinen Arzt (der auch der Gitarrist meiner Band, The SmashTones ist). Er sagte: "Ich verbiete Dir die Gigs zu spielen. Das ist es nicht wert. Sei lieber ein lebender Sänger als ein toter Rock Star".

Das hat mich wie ein Hammer getroffen. So weit ist es also...Ich verschwinde langsam mit dem Sonnenuntergang... (auf dem Sunset Boulevard?)...

Nun, keiner hat gesagt, dass Musikern ein langes Leben beschert ist... vielleicht leben sie dieses Leben, wenn sie es haben...

Aber verdammt noch mal. Ich habe doch schon meine alte Stimme gehabt, als die Herzinsuffizienz kam. (Ja, genau dieser 'Mangel' die Insuffizienz...!) Vielleicht kann ich doch noch einmal durchstarten...

Na, ich will den Arzt auch nicht verärgern.
Oder?

Bestens
Tom

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Tom Cunningham’s Brief vom 20. Februar 2008

Zwei oder drei Mal pro Woche hättest Du mich auf dem alten Hotelparkplatz, der an unseren Hof angrenzt, üben sehen können. Es ist schon schwer genug für einen 4-Jährigen aber kein Vergleich zu einem Schlaganfallspatienten. Aber ich versuchte es weiter: aufzusteigen und loszufahren mit dem Damenfahrrad.
Es hat nur zwei Räder, und von meinen zwei Beinen scheint mich nur eines zu unterstützen. Es kostete mich eine Ewigkeit, meinen rechten Fuß in die Pedalmanschette zu schieben.
Aber ich habe es tatsächlich geschafft, das Rad in Bewegung zu setzen, und wenn ich mich erst bewegte, fühlte ich mich großartig. 5 Runden, 10 Runden, sogar 20 Runden fuhr ich im Kreis und das spastische Element (das ständig im Hintergrund lauerte), schien abzunehmen in dem Maß, in dem ich mein Vertrauen wiedergewann.

Der Parkplatz hat eine Steigung von ungefähr 30 Grad am Übergang von einer niedrigeren zu einer höheren Ebene. Das sah erschreckend aus, aber ich war fest entschlossen diese Schräge in meinen Übungsablauf einzubauen. Ich begann auf der unteren Ebene und sagte mir: “O.K., zuerst mache ich 5 Runden, und dann geht’s los nach oben.“
Der Therapeut beobachtete mich mit angehaltenem Atem, wie ich meine 5 Runden drehte und dann versuchte, hochzufahren.
Und das habe ich nicht geschafft. Die 30 Grad waren viel steiler, als ich in Erinnerung hatte. Aber immerhin fiel ich nicht hin. Ich blieb stehen und es gelang mir abzusteigen.
Beim nächsten Mal machte ich es genauso. Und danach noch einmal. Und die gute Nachricht war, das ich weder hinfiel, noch mich anderweitig verletzte. Ich fuhr zuerst auf der niedrigen Parkebene, dann hoch zur oberen und schaffte es sogar auch dort meine Runden zu drehen. Alles palleti.
Nach etwa 5 Wiederholungen war ich reif für die Strasse.
Die Xantener Strasse ist normalerweise eine Seitenstrasse; die meiste Zeit des Tages ist der Verkehr eher ruhig. Aber wenn wir uns die Sache genau betrachten, mutieren einentlich nette Autofahrer gelegentlich zu vom Teufel besessenen Rasern. Verrückte Fahrer in wild gewordenen Automobilen!
Und, Du mußt Dir klar machen, wie langsam ich beim Laufen war. Meine rechte Seite war extrem behindert, sie funktionierte nur mit Hilfe eines Gehstockes. Allein mein rechtes Bein anzuheben und auf‘s Pedal zu setzen brauchte mehrere Anläufe. Und nun gehe ich damit auf die Strasse! Ich fühlte, wie sich die rechte Seite in eine Spastik hineindrehte, wenn ich nur darüber nachdachte.
Aber ich war wild entschlossen. Ich fuhr auf die leere Auffahrt, machte eine Rechtsdrehung und …fiel prompt mitsamt Fahrrad zu Boden.
Nein, keine Verletzungen, nur Peinlichkeit. Nach ein paar Minuten stieg ich wieder auf und wir setzten unseren Weg bis zur Ecke fort und überquerten dann die Strasse.
Das war alles zu viel. Der Klang der Strassenlaternen, die Hektik der Fußgänger, der starke Verkehr – es war einfach zu viel, damit zurechtzukommen. Ich ging zurück auf den Bürgersteig, setzte mich auf ein Schild vor einer Bäckerei um wieder Luft zu bekommen, genauso wie alles andere. „Tut mir Leid“ sagte ich, „ aber ich glaube nicht, daß ich heute weitermachen will.“
Tatsächlich hatte ich keine Ahnung, wie schwer es sein konnte, einfach nur ein Fahrrad zu fahren. Whew! Es muß einen einen leichteren Weg geben...gibt es nicht vielleicht Fahrräder mit drei Rädern?

Brief von Tom Cunningham, Feb. 2008

Nach einem Blick in den Stadtplan sah ich, dass die Praxis von Dr. U. weit weg von meinem zu Hause ist; so weit dass ich sie nicht zu Fuß erreichen konnte. Er ist in der Nürnberger Strasse. Normalerweise würde ich einfach ein Auto nehmen… aber seit meinem Schlaganfall darf ich das nicht mehr. Ein Jahr muß noch vergehen. So lange ist es mir nach dem Schlaganfall bzw. meinem berühmten epileptischen Anfall verboten, Auto zu fahren.

Mit anderen Worten: Ich würde warten müssen, bis Elke mit der Schule fertig ist, um in die Praxis gehen zu können. Dies war nicht optimal, da sie oft bis um 18 Uhr dort zu tun hat, und die Praxis dann schon geschlossen ist.

Mach dir keine Sorgen, sagte ich mir, ich komme da schon irgendwie allein hin. Ich werde mein tolles Fahrrad nehmen und über den Ku-Damm fahren.

Eigentlich trifft man eine Menge Leute „auf der Strasse“. Viele Kinder und Jugendliche gehen dort zu Fuß oder fahren mit dem Bus; ein Auto zu fahren ist in Deutschland viel schwieriger als in den Staaten, weil die Kosten für den Führerschein um die 1000 Euro liegen. Auch alte Menschen sind unterwegs…und natürlich triffst Du auch die gut beschäftigten Leute aus der Mittelschicht, die an ihren Handy`s zu kleben scheinen. Bei allem ist es erfreulich zu erleben, wie viele Menschen bereit sind, einem „jungen Amerikaner“ zu helfen, der gerade hingefallen ist. Bravo, Ihr Deutschen! Mehr darüber später.

So, dann holen wir mal das Fahrrad raus .Mein altes Modell, überall ein bisschen angerostet, wird es nicht mehr bringen. Es ist ein Herrenrad und über die Mittelstange aufzusteigen ist mir nicht möglich.

Ich hatte das Fahrrad mit 3 Rädern gesehen, (zwei davon hinten.)…es ist ein eigenartiges Deutsches Fabrikat. In den Staaten würdest Du so ein Dreirad für Erwachsene nicht finden, aber hier in Deutschland sind mehrere Ebay-Seiten voll damit. “You must exercise! It is very fit, Jawohl!“

Mit so einem Fahrrad zurecht zu kommen, war für mich so ähnlich, wie einen Schlaganfall zu bekommen, nur in Kleinformat. Am Anfang dachte ich noch, ich könnte einfach auf mein normales Fahrrad aufsteigen und losfahren, um ein paar Monate später so wie alle zu fahren, und die Spastik wäre dann natürlich verschwunden.

Und deshalb wollte ich das Dreirad umgehen, das sollte für die Behinderten sein. Das brauche ich nicht, sagte ich mir. Behindert? Ich nicht! Ich werde auf mein Rad steigen, und mit ein bisschen Vorbereitung in ein paar Monaten unter den besten Fahrern sein.

Ich sprach mit meinem Physiotherapeuten über dieses Thema und bat ihn, mich darin zu unterstützen. Natürlich mussten einige Anpassungen vorgenommen werden. Ich nahm zuerst ein Damenfahrrad , denn ein Herrenrad hat ja die Stange in der Mitte. Und ich musste feststellen, dass mein rechter Fuß, mein gelähmter Fuß, mehr Probleme bereitete, als ich gedacht hatte. Bei den ersten paar Versuchen bekam ich den Fuß gar nicht auf das Pedal. Er wäre da auch nicht geblieben.

Aber mein Therapeut brachte einen Fußhalter mit, und damit ging es. Ich übte auf dem Parkplatz des Hotels nebenan. Zuerst 3 Kreise, 5 Kreise, 10 Kreise! Wunderbar. Aber warte ab, wie es auf der Strasse ging.

Ich erzähl’s Dir.

Brief vom Januar 2008:

Ich wurde in ein Wartezimmer gebeten, und bald stand Frau Dr. A. vor mir. Sie hat dunkle Augen und ein umwerfendes Lächeln ..ich hatte das Gefühl, dass sie in die Seele eines jeden jungen Amerikaners der vor ihr steht, hinein schauen kann. Wir betreten nun mystisches Gebiet!

Sie setzte sich an ihren Schreibtisch, ich mich gegenüber, mit Spannung ihre Ausführungen erwartend. Als erstes: keine Abrechnung über die Krankenversicherung! Sie hatte Pech mit einigen Patienten und deren gesetzlicher Krankenversicherung. die einige ihrer Leistungen nicht bezahlen wollten. Infolgedessen tobte ein endloser Streit auf Kosten ihrer Nerven und ihres Geldbeutels. Ob ich das verstanden hätte, fragte sie wieder mit diesem entwaffnenden Lächeln.

An dieser Stelle setzte mein Verstand aus. Wenn sie gesagt hätte, Ziehen Sie Ihre Kleidung aus und machen Sie Kopfstand, ich hätte es glücklich getan... dieses magische Lächeln und diese tiefen Augen…man kann einfach nicht anders! Ja, natürlich, antwortete ich, ich bin nicht an diesem veralteten medizinischen Kram interessiert. Wir tauchen ein in das mystische Hoheitsgebiet und brauchen das logische medizinisch-wissenschaftliche Zeug nicht!

Gut, sagte sie. Sie fuhr fort mir von einem Buch zu erzählen, das ich unbedingt lesen sollte: „The Secret“ (Das Geheimnis) von Byrne. Das würde alle meine Fragen über das „Leben“ beantworten. Sie redete weiter und weiter auf eine Art und Weise, die ich irgendwie nicht verstand. Aber ich nickte dazu, weil ihre Begeisterung so ansteckend war. Und dieses Lächeln! Wenn ich doch nur in sein tief-dunkles Reich abtauchen könnte!

Aber ich erinnerte mich wieder, wieso ich eigentlich hier war. Auf Ihrer Visitenkarte steht, dass Sie Akupunktur machen. Vielleicht könnten wir einen ersten Termin vereinbaren? Oder, noch besser, gleich anfangen?

Sie sah mich mit jetzt ernsten dunklen Augen an. Wissen Sie, Herr Cunningham, ich glaube nicht, dass ich die Richtige für Sie bin, denn es geht um eine „existentialistische“ Ebene. Mein Training ist dafür noch nicht tiefgreifend genug.

Ich werde Sie an einen anderen Arzt überweisen. Aus China? Nein, er ist aus Peru, aber er hat eine gründliche Ausbildung in traditioneller Chinesischer Akupunktur. Ich würde ihn gleich für Sie anrufen.

So geschah es, und sie machte einen Termin für den kommenden Donnerstag aus. Ich war ganz benommen und verließ ihre Praxis. Akupunktur am kommenden Donnerstag! Vielleicht ist die Schulmedizin was für langweilige Leute. Ich bin anders! Ich werde den Weg über das alte Chinesische Wissen nehmen.

Das Glück hielt nicht lange vor. Eine Woche später bekam ich ihre Rechnung. Ohne dass Akupunktur oder dergleichen durchgeführt worden war, musste ich dennoch € 42,- für „Ärztliche Behandlung“ bezahlen…und das Buch, “The Secret“, von Byrne? Ich ging ins Internet, und die meisten Amerikanischen Autoren betrachten es offenbar mit einem recht abschätzigen Blick. Mit anderen Worten: ziemlich verdächtig.

Wie auch immer, ich hatte mich auf die Akupunktur eingelassen und irgendwie habe ich in das Innere medizinischer Machenschaften Einblick bekommen, herbeigeführt durch eine extrem „charmante“ Ärztin.

War es das wert?

Cèst la vie.

Brief vom 1. Dezember 2007

Tom's Geburtstag 2007Schon am nächsten Tag hatte ich eine Sitzung mit meiner Logopädin Barbara. Sie ist diejenige, die auf meiner Couch sitzt und mir hilft, den Sinn des Dickichts zu erkennen, das deutsche Grammatik für mich ist. Ich vermute, sie ist in den Vierzigern, sieht aber viel jünger aus. Sie trägt Kleidung, die einen guten Geschmack ausdrückt - eine Armani – Jacke und einen Hauch von, ich weiß nicht, Nadja Auermann Parfum.
Sie hat auch in den Arbeitspausen einige erschütternde Geschichten zu erzählen über Angelegenheiten des Herzens. Ich werde nicht weiter ins Details gehen, aber es genügt zu sagen, dass sie allein erziehende Mutter einer 12-jährigen Tochter ist. Sie macht den Nachtdienst on air und unterhält die Hörer mit klassischer Musik im SFB 2 (dem heutigen RBB Kulturradio.) In ihrer restlichen Zeit macht sie Hausbesuche bei Leuten, die Hilfe brauchen beim Wiedererlernen der Deutschen Sprache. Dies sind zum größten Teil Schlaganfallopfer, die den Kontakt zu ihrer Sprache verloren haben.

So wie ich.. Wir überarbeiten die Deutsche Übersetzung der anderen Dinge, die ich schreibe, so wie z.B. diesen Brief an Euch! Sie zu kennen hat noch einen anderen Vorteil für mich: sie kennt Leute, die sich in paranormaler Therapie auskennen. Brauche ich einen Hellseher? (der in die Zukunft schaut) Sie hat den Namen, Adresse und E-Mail Account von einem Typen in Westdeutschland, der Menschen über den ganzen Kontinent behandelt.

Oder wie wär`s mit einem Akupunkteur?
Akupunktur ist ein alt-chinesischer Weg der Heilung. Der Akupunkteur nimmt viele Nadeln und sticht sie an den Nerven- und Blutbahnen in den Körper.
„ Ich habe hier einen für Dich!“ sagte Barbara mit glänzenden Augen. Es ist eine Privatpraxis, hier ganz in der Nähe in der Sybelstrasse. Probier` die mal aus, die ist gut.
„Oh, ich sollte noch erwähnen, sie ist eine Dame. „

Sie ist eine Dame. Das ist gut! Die Dame hat ein feines Gespür. Sie setzt die Nadeln dorthin, wo es mir gut tut. Sie sticht sie z.B. in eine gelähmte Faust, und, voila, es scheint sich auf mysteriöse Weise etwas bewegen zu wollen. Was war ich doch so lange so unwissend.

Ich rief den Arzt an, um einen Termin zu vereinbaren. Es war weiter weg, als ich dachte, aber ich habe mein Vertrauen erweckendes Fahrrad, um in der Stadt herumzukurven. Eine einfache Aufgabe, dachte ich, für einen Typen, der etwas….mystisches sucht. Ich betrat die Praxis und lächelte in das junge, frische Gesicht der Arzthelferin. „ Kann ich hier Akupunktur bekommen?“ Sie lächelte, und ich wusste, hier bin ich richtig.


Tom Cunningham's Brief September 2007:

Ohje, es ist schon wieder September… und der Sommer verabschiedet sich. In früheren Zeiten würde ich jetzt auf meinem Sofa sitzen und ein wenig auf meiner alten Martin D-35 Gitarre herumklimpern…immer noch die beste Gitarre um Songs zu schreiben. Ich fand sie 1968 und ihr warmer Klang und ihre volle Resonanz gaben mir immer zurück, was ich hineingesteckt habe.

Ich schreibe keine Songs mehr auf ihr. Das liegt daran, dass mein rechter Arm ein für alle Mal außer Gefecht gesetzt ist. Er hängt einfach herunter und empfängt keine Impulse mehr, die mein Gehirn sich zu senden bemüht. Kann er sich überhaupt bewegen? Ja, doch, ein bisschen, aber diese Bewegungen sind auf ein winziges Areal entlang meines Oberschenkels begrenzt.

Ich weiß noch,, dass ich kurz nach meinem Schlaganfall im Juli 2005 eine Menge vorhatte mit diesem Arm…erinnerst Du Dich an den Typen im 3. Krankenhaus, der mir sagte, dass ich nach 6 Wochen wieder obenauf und vollständig wiederhergestellt sein würde?

Was für ein Trugschluß! Das Ganze ist inzwischen 2 Jahre her und es hat sich nicht viel verbessert. Und wenn ich etwas Anstrengendes tue, wie z.B. laufen, neigt mein Arm dazu, sich zusammenzuziehen, was man ein Spastik – Gen nennt. Und dann ballt sich noch die Hand zu einer Faust zusammen.

Ein Spastik – Gen! Mann, dass ist ja wunderbar. Wenn ich irgendeine Art Druck habe, bleibt der Arm einfach nicht an meiner Seite….er wird munter wie ein verletztes Tier, dass Schutz sucht. Ich habe es aufgegeben damit ein Lied zu schreiben, aber kann er nicht endlich damit aufhören, aufzuspringen und in einen Spasmus zu kommen?

Vor ein paar Monaten entschied ich mich zur Akupunktur zu gehen. Ich hatte mir schon früher darüber Gedanken gemacht, habe diesen Gedanken aber wieder fallen lassen, weil meine Krankenversicherung so etwas nicht zahlt. Es brauchte einige offenherzige Gespräche mit Michael Glover (er ist die eine Hälfte der „Bright Blue Gorillas“).

Er sagte: „Weißt Du, Tom, ich habe wunderbare Dinge über diese Akupunkteure gehört. Da ist ein Typ, der kleine Nadeln nimmt, möglicherweise 20 Nadeln auf einmal, und sie Dir in die Haut sticht. Sie folgen der Überlieferung alten medizinischen Wissens und beziehen ein ganzheitliches Wohlgefühl und strömendem Blutfluß indirekt mit ein..“

„Es bezieht sich auf das alte chinesische Wissen, weißt Du?“

Altes chinesisches Wissen…Das ist es! Er hatte diesen abwesenden Blick in seinen Augen und es war unmöglich, sich zu widersetzen. Akupunktur. Natürlich. Vielleicht ist es an der Zeit, sich von den albernen Traditionen der westlichen Medizin zu verabschieden. Vielleicht ist es Zeit einzutauchen in …

Mystik.

Schließlich, wie Michael sagte, was hatte ich zu verlieren? ...

Blog 07.07.2007

Es tut mir Leid, dass Ihr so lange nichts von mir gehört habt…aber es ist 2 Jahre her, dass ich einen Schlaganfall gehabt habe, nämlich im Juli 2005. Deshalb werfen wir jetzt einen Blick zurück.

Ich muss sagen, ich habe es vorausgesehen. Da war dieses „Flimmern“ zwei oder sogar drei Mal im Monat. Das Herz schlug schneller und mich überfiel ein Gefühl von Unbehagen verbunden mit einem Schweißausbruch. Der Kardiologe sagte, das sei normal, atme tief ein und aus und das Flimmern sollte weggehen.

Das versuchte ich natürlich. Ich atmete so tief wie möglich ein und aus – natürlich so unauffällig wie es ging, denn niemand sollte etwas von meiner komischen Herzschwäche mitbekommen. Seltsamerweise passierte es nie, unter Bedingungen, die ich als “Stress“ bezeichnen würde, z.B. wenn ich auf der Bühne stehe und das Publikum betritt den Saal. Es passierte, wenn ich allein war oder mit Leuten entspannt zusammen saß oder z.B. an einem Seminar teilnahm.Ich erinnere mich an das Songwriters Treffen in Hölmhallow, Schweden, das so im Mai 2005 gewesen sein muss. Wir ließen uns von Brett Perkins anleiten. Das Wetter war kühl aber sonnig, der Tag wich einer fröstelnden Nacht, die Songwriter erfreuten sich an der Arbeit der jeweils Anderen und alles in Allem gab es keinen besseren Platz, auf Erden.

Und dann kam es – das Flimmern. Mist. Was für ein Zeitpunkt!

Ich schlich um die Ecke um die Atemtechnik auszuprobieren, die mir der Kardiologe empfohlen hatte. Atme ein, atme aus… Atme ein, atme aus.

Und es funktionierte. Hallelujah. Es funktionierte wirklich. Ich ging zurück zu den Anderen mit einem kleinen Gebet zum Allmächtigen auf meinen Lippen.

Danach musste ich wie verrückt pinkeln, aber so ist das nun mal beim Flimmern. Aber egal, der Schweißausbruch und das Unbehagen waren weg.